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23. September 2019

Disponenten, rettet das Klima!

Für den Beruf des Disponenten gibt es keine konkrete Ausbildung. Zu vielfältig und herausfordernd ist das Aufgabenspektrum – geschickter Routenplaner, Ansprechpartner und gute Seele für das gewerbliche Personal, erster Vertriebsmann und ganz nebenbei das Gesicht des Unternehmens. Sein besonderer und unersetzlicher Wert entsteht dabei insbesondere im täglichen Kontakt mit Kunden und Partnern. Als Frontmann des Vertriebs pflegt er oft die direkteste und persönlichste Verbindung zu Kunden und erhält ganz nebenbei tiefe Einblicke in deren tägliche Herausforderungen und Problemstellungen zur vertrieblichen Potentialanalyse.

Disponenten bergen also das Potential, sowohl den Umsatz als auch die Kundenzufriedenheit maßgeblich zu steigern – sofern sie nur richtig eingesetzt werden. In der Alltagsrealität überlagert jedoch lästige Routinearbeit allzu oft die wirklich entscheidenden Aufgaben. Insbesondere die Transportorganisation an den Schnittstellen zwischen Ladestellen, Fahrern und Subunternehmern vereinnahmt regelmäßig große Teile des Arbeitstages. Ein nicht unerheblicher Teil der – ohnehin schon exorbitanten – Zeit an Telefonhörer entfällt auf die immer gleichen Fragen nach Ankunfts-, Abfahrts- und Wartezeiten, Lieferfenstern, Frachtbeschaffenheiten, Fahrzeugpositionen, Ablieferbelegen oder Referenznummern. Oftmals buchstäblich mit jeweils einem Telefonhörer am Ohr, verkommt der Disponent so zur Telefonschnittstelle mit der Hauptaufgabe den Informationsfluss zwischen den Parteien sicherzustellen.

Dieses Wirrwarr im Alltag vieler Speditionen und Fuhrunternehmen zeigt die beiden gravierendsten Problembereiche der Branche auf: ein Umgang mit Daten, der zu wünschen übrig lässt und eine völlig unzureichende Vernetzung zwischen den Gliedern der Transportkette. Die Folge sind nicht allein betriebliche Ineffizienzen, unnötige Mehrarbeit sowie Stress und Unzufriedenheit im Disponentenalltag. Tatsächlich führen die blinden Flecken ‚Daten‘ und ‚Vernetzung‘ zu erheblichen volkswirtschaftlichen Reibungsverlusten in Milliardenhöhe. Fehlende Echtzeitinformationen zu Frachten (Beschaffenheiten und Verladezustände), Ladestellen (Lieferzeiten und -modalitäten) und Fahrzeugen (Positionen und Beladungszustände) führen zu nicht ausgeschöpften Konsolidierungs- und Rückbefrachtungspotentialen und hohe Fehlerquoten. Die Konsequenz ist eine zu geringe Frachtraumauslastung bei hoher Leerfahrt- und Fehlerquote. Oder anders ausgedrückt – tagtäglich werden zu viele LKW-Kilometer unnötigerweise zurückgelegt.

Nun reden wir hier mitnichten von einem isolierten Problem einer Branche im großen volkswirtschaftlichen Gesamtkontext! Die Logistikbranche als immenser Emittent von Treibhausgasen trifft eine besondere Verantwortung bei der Bewältigung der globalen Jahrhundert-Herausforderung Klimawandel. Es muss ab sofort gelten: Jeder eingesparte Kilometer, ist ein gewonnener Kilometer. Und das nicht nur für die eigene Touren- und Routenplanung sondern auch für das Ziel eines gesunden Planeten. Ökonomie und Ökologie vertragen sich dabei nämlich erstaunlich gut. Wir als Logistiker sind in der Pflicht zu handeln. Und der einzige Weg zum Fortschritt durch höhere Effizienz führt über bessere Daten und stärkere digitale Vernetzung. Lasst uns einen Kampf führen gegen Papierberge und nicht endenwollende Telefonate, gegen lückenhafte Informationen und Intransparenzen.

Jeder von uns kann etwas dazu beitragen und der moderne Disponent ist dafür mit seinem Blick für das große Ganze wie prädestiniert. Dazu stehen mittlerweile eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, um die Logistik ein Stückchen datengetriebener und vernetzter zu machen. Eine stetig wachsende Zahl an Startups aber auch etablierten Unternehmen bieten clevere digitale Tools und Dienstleistungen für die Logistik an. Ein Beispiel sind die vielen Plattformlösungen, welche mittlerweile für die einfache Transportorganisation auf allen Verkehrsträgern genutzt werden können. Sie ersetzen beispielsweise die ineffiziente Arbeit mit Frachtenbörsen oder die analoge Direktbuchung und -kommunikation mit Carriern. Ganz nebenbei übernehmen sie außerdem vollautomatisch Preisfindung, Auftragsvergabe, Transportbündelung und -optimierung sowie die Abrechnung. Neben Plattformkonzepten gibt es noch eine ganze Menge anderer Ansätze zu entdecken – zum Beispiel in dieser Ausgabe des Disponaut.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der Zeitschrift Disponaut.

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